
Der Tod gehört zum Leben. Irgendwann wird sich jeder Mensch mit diesem Thema auseinandersetzen müssen – auch wenn es viele gerne verdrängen und es zahlreiche Emotionen hervorruft.
Natürlich ist dieses Thema im höheren Alter präsenter als in jungen Jahren.
Die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung der Feuerwehr Korbach wurden jedoch bereits während ihrer aktiven Dienstzeit bei zahlreichen Einsätzen mit dem Tod konfrontiert. Gerade in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts, als Anschnallgurte, Kopfstützen und Airbags teilweise noch keine Selbstverständlichkeit waren und die Fahrzeugsicherheit deutlich geringer ausfiel als heute, ereigneten sich viele schwere Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang.
Bei den regelmäßigen Treffen der Senioren sind diese Erlebnisse bis heute immer wieder mal ein Gesprächsthema. Der Austausch untereinander ist dabei auch eine Form der Verarbeitung des Erlebten.
Irgendwann stellte ein Kamerad die Frage: „Was geschah eigentlich danach?“ Wie erging es den Angehörigen? Wie den Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei?
So beschäftigte sich die Gruppe intensiver mit der Frage: Was kommt danach? Daraus entstand die für viele zunächst ungewöhnliche Idee, das Krematorium in Diemelstadt-Rhoden zu besichtigen.
Was tatsächlich auch möglich ist.
Gemeinsam mit der Betriebsleiterin, Frau Michelle Dil, wurde ein Termin vereinbart. Während der mehr als einstündigen Führung erhielten die Teilnehmer ausführliche und informative Einblicke in die Arbeit des Krematoriums. Neben den technischen Abläufen nahm vor allem der persönliche und menschliche Aspekt einen großen Teil der Gespräche ein.
Die Feuerwehr Senioren konnte sich davon überzeugen, mit wie viel Offenheit, Menschlichkeit, Respekt und Würde dort den Verstorbenen und ihren Angehörigen begegnet wird.
Eindrucksvoll wurde vermittelt, dass trotz aller technischen Abläufe stets der würdevolle Abschied und die pietätvolle Begleitung der Verstorbenen im Mittelpunkt stehen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Angehörige bei der Übergabe an das Feuer anwesend sein dürfen.
Ein herzlicher Dank gilt Frau Michelle Dil für die offene, einfühlsame und informative Führung sowie die Bereitschaft, auch schwierige Fragen ehrlich und verständlich zu beantworten. Die Besichtigung hat allen Teilnehmern gezeigt, dass ein offener Umgang mit dem Thema Tod helfen kann, Ängste abzubauen und Verständnis zu schaffen. Denn auch der Tod ist ein Teil des Lebens – und ein bewusster, würdevoller Umgang damit kann Trost und Verbundenheit schaffen.